Erhöhter Wasserverbrauch: Was kann bzw. soll ich tun?
(Vorgehensweise bei "unerklärlichem Mehrverbrauch"/ Handlungsempfehlungen)
... am Jahresende/ beim jährlichen Ablesen und Melden des Zählerstandes
Falls Ihr Wasserzähler einen stark erhöhten Wasserverbrauch gegenüber den Vorjahren aufweist, legen wir Ihnen nahe:
- … den aktuellen Zählerstand nochmals abzulesen und dabei die Zählernummer des Wasserzählers zu vergleichen. Sollten seit der letzten Ablesung bereits wieder mehrere cbm Wasser (ohne Grund - z. B. über Nacht) verbraucht worden sein, könnte das evtl. ein Hinweis auf ein undichtes Heizungsventil, einen Wasserschaden bzw. Rohrbruch, einen defekten Druckminderer, Probleme mit dem/n (Überdruck-) Ventil/en oder Ähnliches sein.
- … zu prüfen, ob sich bei keiner Wasserentnahme (alle Wasserverbraucher wie z. B. Wasserhähne, Wasch-/ Spülmaschine, etc. abdrehen, ausschalten bzw. nicht nutzen) weiterhin die Rädchen im Wasserzähler für den Verbrauch in Litern drehen und ggf. wie schnell (= Indiz für akt. Schaden/ Problem) oder doch regungslos stehen bleiben. Anhand der Schnelligkeit der sich evtl. bewegenden Rädchen sehen Sie gleich, wieviel Wasser Sie derzeit z. B. in ein paar Minuten unbewusst verlieren/ verbrauchen. Falls sich untertags zwar keine Rädchen drehen sollten, aber über Nacht mehrere cbm Wasser verbraucht würden (am besten zu Vergleichen durch tägliches Ablesen des Wasserzählerstandes jeweils in der Früh und am Abend!) bitte im eigenen Interesse ggf. auch Mal in der Nacht eine oder mehrere Kontrollen vornehmen.
- … bei o. g. Anzeichen, Ihr Gebäude auf evtl. Schäden/ Probleme zu prüfen. Hören Sie ggf. ein „Rauschen“ im Haus? Steht irgendwo ständig eine Wasserlache oder besteht permanent ein kleiner Wasserlauf am Boden? Sind nasse Stellen an Decken, Wänden oder Böden zu sehen? Ist evtl. das Heizungsventil defekt, ständig am Arbeiten (vgl. z. B. „Zisch-Geräusche“) oder nicht ganz dicht? Was hat sich im Laufe dieses Jahres geändert (z. B. neue Heizung, Umbau/ Renovierungsmaßnahmen, geänderte Inneneinrichtung, deren Installation evtl. einen Schaden verursacht haben könnte, usw.)?
- … bei Ihren Prüfungen und Überlegungen auch an evtl. Leitungen und Wasserverbraucher außerhalb des Hauses, wie z. B. Leitungsabzweigungen in die Garage, andere Nebengebäude oder zum Garten zu denken. Ist ggf. ein Außenhahn z. B. in der Sommerzeit Mal länger unbemerkt gelaufen oder nicht ganz dicht? Könnte eine Leitung in Richtung Garten (die evtl. sogar nur in den Sommermonaten aufgedreht ist) defekt sein und das entnommene Wasser (im Stillen) im Erdreich versickert sein? Im Gegensatz zu Leitungsschäden im Haus, die meist irgendwie sichtbar werden, ist das außerhalb des Gebäudes immer etwas schwieriger bzw. erst später feststellbar.
Bitte teilen Sie uns die konkreten Gründe für einen Mehrverbrauch oder das Ergebnis der einzelnen Überprüfungen -mit dem aktuellen Zählerstand- möglichst umgehend (per Mail) mit und lassen Sie evtl. festgestellte Schäden unverzüglich beheben, um zumindest weitere (finanzielle) Nachteile vermeiden zu können. Für das aus der öffentlichen Wasserversorgung entnommene Frischwasser laut amtlichen Wasserzähler können Sie unter Umständen eine Ermäßigung bei den Schmutzwassergebühren beantragen, wenn dieses nicht in die öffentliche Entwässerungseinrichtung gelangt ist und zusätzlich die weiteren Voraussetzungen (u.a. unverzügliche Meldung und Abnahme von Schaden sowie Behebung durch das Wasserwerk) erfüllt werden.
... unterjährige (Kontroll-) Ablesungen
Unabhängig davon empfehlen wir generell den (Wasser-) Zähler möglichst auch unterjährig in regelmäßigen Abständen (z. B. jeweils zum Ende des Monats oder Quartals) zu kontrollieren und die abgelesenen Zahlen in einer Liste (neben bzw. in der Nähe des Wasserzählers) zu notieren. So hat man den Verbrauch immer gut unter Kontrolle und könnte bei evtl. Unstimmigkeiten zeitnah agieren.
Versuchen Sie die Ursache für einen unerklärlichen Mehrverbrauch systematisch zu ermitteln:
Sollten Sie einen Mehrverbrauch feststellen, für den Sie keinen Grund sehen, raten wir Ihnen (bei kleineren Dimmensionen, z.B. kleiner 1 m³ pro Tag grds. vor einer zu voreiligen Beauftragung von Firmen und dem Austausch von Teilen der Installation) erst selbst zu ermitteln, wann und unter welchen Umständen es zu einem erhöhten Verbrauch kommt.
Für die nötige und wichtige Suche nach der Ursache ist es hilfreich, den Wasserzählerstand zusätzlich -neben den zuvor bereits angeführten Maßnahmen- eine Zeit lang mehrmals am Tag (z.B. vor dem Frühstück, beim Mittagessen und am Nachmittag/ falls möglich, beim Abendessen, vor der Nachtruhe - am besten immer zur selben Uhrzeit) abzulesen und diesen sowie die Art bzw. den Umfang der Nutzung (z.B. normal, intensiv, sparsam), insb. einen evtl. besonderen, bewussten Mehrverbrauch (z.B. wegen Vollbad in der Badewanne) in eine detailliertere Liste einzutragen.
Bitte beachten Sie, dass diese erweiterte Aufschreibung nur eine gute Aussagekraft entwickeln kann, wenn die Stände und weiteren Angaben ausreichend detailliert sind. Gerade bei geringeren Mengen, ist es häufig nötig, dass hier dann nicht nur der m³-Wert lt. Zählerstand (Anzeige in Zahlen), sondern auch die Stellen hinter dem Komma bzw. die Untereinheiten anhand der Mess-Rädchen/Uhren pro Einheit (notfalls bis auf Liter genau) notiert werden.
Solange sich das kleine schwarze Rädchen dreht, obwohl keine bewusste Wasserentnahme erfolgt, wird irgendwo im Gebäude (hinter dem Zähler) Wasser verbraucht. Es wird dringend geraten, dass man z.B. entsprechend den zuvor angeführten Möglichkeiten systematisch nach "versteckten Verbrauchern" sucht.
Ihr Steuer-/ Abgabenamt (FB5) der Verwaltungsgemeinschaft Monheim